Mischkultur im Permakulturgarten

Mischkulturen sehen nicht nur besser aus, sie bieten im Vergleich zu Monokulturen auch eine Vielzahl von Vorteilen. Die Mischkultur ist ein zentrales Element der Permakultur da gleich mehrere Gestaltungsgrundsätze miteinander vereint werden. Sie fördert die Vielfalt in unseren Gärten, unterstützt und schafft Lebensräume für Nützlinge und unsere Beete werden sowohl räumlich als auch zeitlich besser genutzt. Über die verschiedenen Vorteile können Sie sich im folgenden Text im Detail informieren.

Ablenkung oder Vertreibung von Schädlingen

Im Gemüsegarten werden Pflanzen häufig zusammen gepflanzt um Schädlinge von anderen Pflanzen fernzuhalten oder zu vertreiben. So hilft beispielsweise die Zwiebel die so genannte „Möhrenfliege“ von der Karotte fernzuhalten, welche wiederum hilft die Zwiebelfliege fernzuhalten. Klare win-win-Situation!

Im Vergleich zur Monokultur, in der einfallende Schädlinge eine große Menge gleicher Pflanzen vorfinden herrschen in der Mischkultur gemischte Farben und Formen vor.

Reichlich Nektar für Nützlinge

Reichlich Nektar für Nützlinge! Gemischte Formen, Farben und Düfte sorgen für Ablenkung von Schädlingen.

Die Insekten können nicht einfach von einer Pflanze zur nächsten springen und sich in hohem Masse ausbreiten sondern müssen länger nach einer passenden Wirts- bzw. Futterpflanze suchen. Je länger der Schädling mit der Suche beschäftigt ist desto weniger Zeit hat er für die Nahrungsaufnahme und Vermehrung!

Nützlingshabitat

Durch ein allgemein größeres Angebot an Verstecken unter Pflanzen und durch anderweitig nützliche Blumen wie z.B. die Ringelblume (Calendula officinalis) bieten wir Insekten Nahrung und Unterschlupf. Dadurch trage ich zu ihrem Überleben bei und sorge dafür, dass sich Nützlinge im Garten aufhalten auch wenn gerade keine „Schädlinge“ vorhanden sind. Dadurch können unsere Helfer, falls sich ein Schadinsekt ausbreitet, regulierend eingreifen und wir müssen unser Gemüse und Obst nicht mit Chemikalien vergiften!

Bessere Ausnutzung der Nährstoffe und des Wurzelraums

Gleiche Pflanzen benötigen die gleichen Nährstoffe. Auch wenn verschiedene Pflanzen teilweise die gleichen Ansprüche haben nehmen sie doch Elemente in unterschiedlicher Art und Weise und Menge auf. Die Vermischung von Pflanzen reduziert die Konkurrenz und nutzt die vorhandenen Ressourcen besser aus. Gleiches gilt für den Wurzelraum der durch eine Mischung von Tief- und Flachwurzlern insgesamt stärker durchwurzelt werden kann, ohne dass sich die Pflanzen gegenseitig beeinträchtigen.

Erosionsschutz

Durch eine bessere und vollständigere Durchwurzelung wird das Erdreich besser zusammengehalten und unser Boden vor Erosion geschützt. Durch einen höheren Bedeckungsgrad wird die Kraft des auftreffenden Wassers reduziert und die Bodenstrukturen bleiben erhalten.

Dafür können Bodendecker, wie die Kapuzinerkresse, sehr nützlich sein!

Schwarze Johannisbeere und Kapuzinerkresse

Schwarze Johannisbeere und Kapuzinerkresse

Zeitliche Staffelung

Hausgärten sind eines der effizientesten Systeme zur Produktion von Lebensmitteln!

Das liegt zum einen daran dass die Transportwege sehr kurz sind aber auch, dass wir den Raum (s.o.) und die Zeit besser nutzen können als auf einem 10ha-Acker. So kann für jede Pflanze die geerntet wird eine andere, später reifende, nachgesetzt werden. Oder man plant die Erntezeiten schon so, dass wenn sich Lücken durch die Ernte ergeben diese möglichst bald von nachwachsendem Gemüse geschlossen wird.

Kann die Ernte erleichtern …

In einigen Fällen kann man Gemüse direkt in Kombinationen pflanzen die auch später in Küche in gleicher Weise verwendet werden. Bohnenkraut in der Nähe von Buschbohnen und Basilikum oder Petersilie zusammen mit Tomaten wären typische Beispiele die Zeit bei der Ernte sparen.

…muss aber nicht!

Der große, und einer der wenigen, Nachteile der Mischkultur ist die erschwerte Ernte. Genau wie das Insekt muss auch der Mensch die Futterpflanze erst einmal finden bevor er sie essen kann! Da der durchschnittliche Hausgarten aber ohnehin händisch bearbeitet und beerntet wird stellt dies normalerweise kein großes Problem dar. Eine Mischkultur lässt sich nur sehr schwer maschinell abernten und kommt deshalb außerhalb der Kleingärten selten zum Einsatz.

Fazit

In Bezug auf die Energieeffizienz sind Mischkulturen in Hausgärten eines der besten Systeme zur Lebensmittelproduktion und gleichzeitig ein Paradebeispiel für nachhaltige Gestaltung. Unsere Ressourcen werden bestmöglich genutzt, der Boden geschützt und die Biodiversität in unserem Umfeld unterstützt, was nicht nur uns sondern auch die Natur gesund hält.

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